Gespeichert unter: Aphorismen — November 21, 2018 @ 2:48

Toleranzfähigkeit (statt einem Aphorismus)

Die Toleranz setzt eine große Flexibilität und Kreativität zur Bewältigung von Störungen durch das Anderssein anderer voraus. Gleichzeitig wird die Einseitigkeit der eigenen Weltsicht deutlich und es wird eigene Entwicklungsfähigkeit gestärkt und gesteigert.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — November 18, 2018 @ 5:20

Schemenhaftigkeit

Im Nebel erscheinen die Schemen des Seins
gleichsam greifbar und unfassbar zugleich
Wie schaffe ich mir die wahren Bilder
aus dem bildlosen Gemenge?
Beim Eintauchen in den Fluss des Werdenden
stellen zahllose Vielheiten sich ein
des noch nicht Ausgeformten,
des Ungewissen in den erst noch gebärenden Wassern,
stellen freudig sich vor als
Wirklichkeit heischende Traumgebilde.

Erst in der endlich sich findenden Klarheit
ergreife ich, was ich sehe,
oder lasse sie fahren,
die nicht geborenen Bilder.

Gespeichert unter: Aphorismen — November 18, 2018 @ 3:17

Aphorismus 13/18

Die Schemenhaftigkeit von Erscheinungen spornt das vielseitige Vorstellungsvermögen an, das in der Klarheit des Endgültigen sich bestätigen oder korrigieren lassen kann.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — November 16, 2018 @ 11:18

Modeerscheinung

Weichmacher aus Kunststoffen
sind wohl verantwortlich
für Kreidezähne.

Worte scheinen nun
auch schon betroffen.
Weichgespült sind bereits viele

und können ebenso
gar zu leicht
gebrochen werden.

Gespeichert unter: Deutsche Dreizeiler, Neue Maier-Lyrik — November 13, 2018 @ 1:51

Ehrenbezeugung*

Goldteppiche im November
legen die Goldbäume beflissen
den wie im Traum Wandelnden vor die Füße.
.
*ein Achtundzwanziger

Gespeichert unter: Aphorismen — November 11, 2018 @ 10:22

Aphorismus 12/18

Es ist ein wesentliches Kennzeichen gerade u n s e r e r Kultur, dass wir Vorrechte (Privilegien) zuunrecht als unser gutes Recht ansehen.

Gespeichert unter: Bekenntnisse, Neue Maier-Lyrik — November 9, 2018 @ 6:23

Unsere Rechte

Ein jedes darf auf seine Rechte pochen.
Wir sind ja schließlich ein Rechtsstaat.
Und Richter sprechen ja Recht.
Deswegen heißen sie so.
Wir wollen uns darauf verlassen,
alle, die wir das Recht haben zu wählen
in demokratischen Wahlen
(auch wenn wir wissen,
dass wir da kleine Rädchen nur sind).

Auf unsere Rechte wollen wir nicht verzichten.
Sie sind uns heilig, so wahr wir gute Staatsbürger sind.
Wir haben das Recht auf eine gute Infrastruktur,
ein Recht auf Gesundheitsfürsorge,
ein Recht auf Grundsicherung
und so weiter.

Wir haben doch auch das Recht
auf ein gutes Leben, auf gute Versorgung,
auf allgemeines Wohlergehen,
auf Teilhabe am Reichtum des Landes,
in dem wir leben,
dass es uns gut geht.

Nicht jeder Mensch auf der Erde
genießt solche Rechte wie wir.
Wir haben ein Vorrecht, ein Privileg,
oder nicht?

Wir haben ein Recht
auf unsere Privilegien,
wir haben das Recht
auf unser Vorrecht,
glauben wir.

Heißt aber Glauben
Nichtwissen
oder gar
Nichtwissenwollen?

Der Adel zur Zeit des Bauernkrieges
verteidigte seine Rechte,
seine Privilegien
gegen die aufrührerischen Bauern,
gegen ihre Gewalt mit Gegengewalt.
Was aber, wenn die Bauern sich im Recht fühlten,
dass i h r e Gewalt Gegengewalt war?

Welche Rechte haben wir ganz zurecht
und welche sind Vorrechte,
die uns eigentlich
gar nicht zustehen,
die wir zu unrecht genießen?

Rechthaberei trennt uns jedenfalls
von der Gerechtigkeit.
Solidarität darf keine Sache sein
von gemeinsamer Abgrenzung
von anderen, die unsere Vorrechte
nicht gelten lassen können.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — November 9, 2018 @ 2:47

Einstimmung auf den Winter (ein Tanka)

Mein Haselnuss-Strauch
ist Futterplatz geworden
für viele Vögel.

Ich habe in den Zweigen
Meisenknödel aufgehängt.

Gespeichert unter: Aphorismen — November 6, 2018 @ 5:17

Aphorismus 11/18

Es wird sich besser sterben lassen, wenn die Liebe Lebenskraft “geraubt” hat - und nicht der Kampf um den eigenen Status.

Gespeichert unter: Kunterbuntes, Neue Maier-Lyrik — November 5, 2018 @ 2:06

Schwäbische Katastrophe

Du willst noch was von den Linsen?
Dieser Wunsch ging in die Binsen!
Ich hab alles schon gegessen.
Ich bin eben sehr verfressen.

Du willsch no was von de Leisa?
D e n Wonsch gibsch jetzt halt de Meisa.
I han da ganze Reschd scho gessa.
I be h a l t so reacht vrfressa.